Kirchenmusik Vol.1
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Komponisten

Michael Haller

Die zentrale Regensburger Komponistenpersönlichkeit war Michael Haller (1840–1915), der immer wieder als der »Palestrina des 19. Jahrhunderts« bezeichnet wurde. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung im Kloster Metten. Später leitete er als Stiftskapellmeister an der Alten Kapelle die Geschicke des ersten und (neben dem Dom) wohl wichtigsten Zentrums für die kirchenmusikalische Reformbewegung und prägte als Lehrer für Komposition und Kontrapunkt an der Kirchenmusikschule über Jahr zehnte die Ausbildung der angehenden Kirchenmusiker. Seine zahlreichen eigenen Kompositionen, die in ihrer häufig auf einfache Sanglichkeit hin angelegten Satzstruktur auch durch Laienchöre aufgeführt werden konnten, erfuhren eine große Verbreitung. Daneben bilden jene anspruchsvolleren Werke, die (ohne die zeitgenössischen Entwicklungen zu verleugnen) eng am Ideal des Palestrina-Stils orientiert sind, einen weiteren wichtigen Teil seines beachtlichen OEuvres. Hierzu gehören in besonderer Weise die Motetten Coenantibus illis (op. 16,16) und Surrexit pastor bonus (op. 2,3), die noch heute zum integralen Bestandteil der Regensburger Kirchenmusikpraxis zu zählen sind.

Carl ThielCarl Thiel (1862 –1939), der ehemalige Direktor der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin und langjährige Leiter des Berliner Madrigalchors, kam erst nach seiner Emeritierung 1930 als Nachfolger Carl Weinmanns als neuer Direktor der Kirchenmusikschule nach Regensburg. Unter seiner Leitung erlebte die Kirchenmusikschule eine weitere Professionalisierung des Lehrbetriebs, die sich in der Erweiterung des Unterrichts planes, in der Aufstockung des Lehrpersonals, in der Verlängerung der Studienzeit und in der Verschärfung der Prüfungsanforderungen widerspiegelte. Die vertiefte Zusammenarbeit mit dem Domchor diente dabei als ideale Ergänzung von Theorie und Praxis, die für die Pflege der klassischen Vokalpolyphonie grundlegend war. Aus seiner langjährigen Chorleitererfahrung heraus entstand ein vergleichsweise kleines OEuvre, das zumindest im kirchenmusikalischen Bereich etwa mit dem kleinen Lied Segne und behüte und dem Herz-Marien-Lied noch heute seinen festen Platz im Repertoire besitzt.

Joseph RennerAuch die Werke des Domorganisten Joseph Renner jun. (1868 – 1934), Schüler Joseph Rheinbergers und persönlicher Freund Max Regers, sind aus der ›Regensburger Tradition‹ nicht wegzudenken. Während bei seinen Zeitgenossen v. a. seine Kompositionen für Orgel große Anerkennung erfuhren, sind es heute aber eher die Chorwerke, die im Repertoire lebendig geblieben sind. Dies gilt (neben der Motette Ave, maris stella) besonders für das klang mächtige Veni creator spiritus, das alljährlich zum Pfingsthochfest gesungen wird.


Im Schaff en von Max Jobst (*1908, 1943 in Stalingrad vermisst), dessen tragischer Lebenslauf eine viel versprechende Komponistenkarriere verhinderte, spielt die Chormusik eine dominierende Stellung. Nach seiner Ausbildung (u.a. bei Joseph Haas) wurde er ab 1931 zunächst Chorleiter und Organist in Ismaning und Tirschenreuth, ab 1934 in Regensburg- Reinhausen. Noch zu Lebzeiten erfuhren viele seiner Stücke, eine Drucklegung bei namhaften Musikverlagen. Sowohl in der schon während seiner Münchner Studienzeit im Jahr 1929 entstandenen Motette Adoramus te Christe als auch in der Motette Justus ut palma aus dem Jahr 1939 ist »die Suche nach einer zeitgemäßen, dem zeitgenössischen Musikstil entsprechenden Kirchenmusik« (Erich Weber) zu spüren.

Gertraud KalteneckerEbenfalls Schülerin von Joseph Haas und zugleich Max Jobsts einzige Schülerin war Gertraud Kaltenecker (1915–2004), die zeitlebens als Sängerin und Komponistin gleicher maßen das Regensburger Musikleben befruchtete. Als ›angenehme Moderne‹ schuf sie auf der Basis der kirchenmusikalisch- liturgischen Tradition ansprechende und auch für Laienchöre rasch erlernbare Werke, die – wie das hier vorgestellte Marien-Lied (op. 2) sowie Da Jesus in den Garten ging (op. 1b, 1937) und Popule meus (op. 6, 1947) beweisen – rasch eine begeisterte Aufnahme ins Repertoire fanden.



Für die Entwicklung besonders der nachkonziliaren Kirchenmusik spielte Karl Norbert Schmid (1926–1995), langjähriger Dozent für Orgel und Chorleitung an der Kirchenmusikschule, eine überaus wichtige Rolle. Er hinterließ eine Vielzahl von deutschsprachigen Werken für die kirchenmusikalische Praxis, in denen er sich stets am Vorbild der klassischen Kontrapunktik orientierte. Diese verband er mit den Mitteln einer gemäßigt modernen Harmonik auf eine Weise, durch die er für die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil erneuerten Liturgie eine zeitgemäße kompositorische und zugleich für kleinere Kirchenchöre oder leistungsstärkere Chöre gleichermaßen realisierbare musikalische Ausdrucksweise – wie sie mit Christus ist für uns gehorsam geworden oder Ein neues Gebot gebe ich euch hörbar wird – etablieren konnte. Die festliche Intrada in B entstand zum Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1980.

Eberhard KrausWie kaum ein anderer prägte Domorganist Eberhard Kraus (1931 – 2003) als angesehener Komponist, Dozent, Diözesan- Orgelsachverständiger und emsiger Konzertorganisator das Musikleben in Regensburg für Jahr zehnte. Zeitlebens war er nicht nur eine feste Größe, die das Bild der Musikstadt Regensburg weit über die Grenzen der Stadt hinaus trug, auch als Komponist schuf er ein umfangreiches, meist sehr anspruchsvolles OEuvre, das in der Regel an der Zwölftontechnik orientiert ist.




Anlässlich des Besuches von Papst Benedikt XVI. im September 2006 gab Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller die Hymne Wer glaubt, ist nie allein in Auftrag, deren einprägsame Melodie vom amtierenden Diözesankirchenmusikdirektor Christian Dostal (*1967) geschaffen wurde.

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