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Max
Jobst
(1908 - 1943)
Max Jobst wurde am 9. Februar 1908 in Ebrach geboren. Mit acht
Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht. Als Zehnjähriger
kam er nach Regensburg in das Musikseminar des Kollegiatstiftes
Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle. Hier besuchte er 1918 -
1921 das Neue Gymnasium (heute Albrecht-Altdorfer-Gymnasium).
In den Jahren 1921-1926 studierte Jobst an der Lehrerbildungsanstalt
(heute Max-Reger- Gymnasium) in Amberg, anschließend von
März 1926 bis Juli 1927 an der Kirchenmusikschule (heute
Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik)
Regensburg. "Hier erfuhr er eine intensive Begegnung mit der Gregorianik
und der Regensburger Tradition, er erlebte aber auch die fortschrittlichen
Ideen, die Suche nach einer zeitgemäßen, dem zeitgenössischen
Musikstil entsprechenden Kirchenmusik" (Erich Weber, Max Jobst,
in: Musica sacra 103 [1983], S. 134). Zu jener Zeit hatte er bereits
eine Reihe von Kompositionen geschrieben, trat aber off enbar
noch nicht an die Öffentlichkeit: Seine Studienkollegen ahnten
von seinem kompositorischen Talent nichts. Am 16. September 1927
nahm Max Jobst das Studium an der Akademie der Tonkunst in München
auf. Seine Lehrer waren die Professoren Ludwig Berberich (Kirchenmusik),
Anton Beer-Walbrunn (Komposition), Hermann Sagerer (Orgel) und
Siegfried Grundeis (Klavier). Ein Jahr Meisterklasse bei Joseph
Haas folgte. Auch Richard Strauss legte er Kompositionen vor.
Im Juli 1931 beendete Jobst seine Ausbildung und trat eine Stelle
als Chorleiter und Organist in Ismaning bei München an. 1932
erhielt er eine Anstellung an der Stadtpfarrkirche in Tirschenreuth.
Am 1. April 1935 wechselte er in den gleichen Funktionen nach
Regensburg-Reinhausen als Nachfolger von Karl Kraus, der gerade
Domorganist geworden war. Im Januar 1940 wurde Max Jobst zur Wehrmacht
eingezogen, 1941 dann in Russland eingesetzt. Von dort kehrte
er nicht zurück. In den ersten Tagen des Januars 1943 schrieb
er seine letzten Briefe. Seither ist er in Stalingrad vermisst.
Gemessen an der kurzen Lebenszeit ist das Gesamtwerk Max Jobsts
reichhaltig. Schwerpunkte bilden Kompositionen für Chor-
und Sologesang, die zu einem wesentlichen Teil ihre Begründung
in der Tätigkeit des Kirchenmusikers finden, sowie Klavier-
und Orgelmusik. Sein Violinkonzert op. 19 als sein einziges großbesetztes
konzertantes und vielleicht sein wichtigstes Werk hebt die Musik
für Streicher als vierten Bereich hervor. Max Jobst gehörte
jener Komponistengeneration an, deren "Karriere" durch
den Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Noch während des
Krieges steckte er voller Ideen und Pläne für die Zeit
danach: "Nur der Krieg müßte bald zu Ende sein.
[...] Ein Freund [...] und ich tragen uns mit dem Gedanken, ein
Märchen zu schreiben. Er dichtet, ich komponiere, und einer
meiner Malerfreunde wird die Zeichnungen dazu machen. Das wird
unsere erste Arbeit nach dem Kriege." Die Ideen scheinen
sogar während der Kriegsjahre jedenfalls zunächst eher
noch zugenommen zu haben: Jobst machte Skizzen "für
nach dem Kriege [...] zu einem neuen Violinkonzert und für
ein Ballett". Dazu kam es nicht mehr. Am 30. Dezember 1942
schrieb er: "Ich kann zur Zeit einfach nicht komponieren.
Dafür habe ich ein Heft Gedichte in Angriff genommen."
Und im letzten Brief an die Mutter vom 1. Januar 1943 schrieb
Max Jobst: "Ich habe das neue Jahr damit begonnen, ein Gebet
zu dichten, es möge uns zum Segen sein! Wir an der Front
wissen, [...] der Wendepunkt ist in Rußland gekommen."
Aus den 1950er Jahren ist eine Aussage von Joseph Haas überliefert:
"Ich erinnere mich sehr gut an Max Jobst. Seit Reger ist
Max Jobst wohl der Musiker im ostbairischen Raum mit der stärksten
musikalischen Substanz. Es ist ein Jammer, daß er in Stalingrad
geblieben ist."
Thomas Emmerig
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